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Innenlager-Evolution

Achtung – bitte kurz konzentrieren – ich hoffe, ich trifte nicht allzu sehr ins Technische ab 😉

Innenlager mit Lagern außerhalb des Tretlagergehäuses gelten inzwischen als Stand der Technik und werden von vielen Herstellern eingesetzt.
Das Versetzen der Wälzlager außerhalb des genormten Gehäuses wirkt sich mehrfach positiv auf das gesamte System aus. Sollte vorher eine dicke Tretlageachse verbaut werden, mussten die Lagerdimensionen reduziert werden. Außerhalb des Tretlagergehäuses ist deutlich mehr Platz für größere Lager, was sich in einer erhöhten Haltbarkeit der Lager bemerkbar macht. Außerdem wird die Abstützbreite der Lager vergrößert. Soweit ist die ganze Sache bekannt…

Doch die spanische Firma ROTOR denkt ein Stück weiter und bietet das SABB Innenlageran.

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Der Name steht dabei für „Self Aligning Bottom Bracket“, was soviel heißt wie „selbstausrichtendes Innenlager“. Wozu das Ganze gut ist, möchte ich hier erklären:

Da die beiden Kugellager nicht in einem einzelnen Bauelement montiert sind, lässt sich vom Hersteller nicht hundertprozentig gewährleisten, dass die Lager fluchten und konzentrisch zueinander sind. Darüber hinaus kann es zu Durchbiegungen der Tretlagerwelle kommen. All diese Sachen wirken sich negativ auf die Haltbarkeit normaler Radiallager (im Fall des Innenlagers sind das i.d.R. Rillenkugellager) aus. In der Industrie werden solche Probleme durch Lager, welche Winkelfehler ausgleichen (z.B Pendelrollenlager) gelöst. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von sich selbst einstellenden Gehäusen für „normale“ Wälzlager. Letzterem System bedient sich auch die Firma ROTOR.

Das gedichtete Rillenkugellager sitzt in einer Hülse mit kugeliger Außenfläche. Diese Hülse steckt wiederum in einem kugelförmigen Sitz im Innenlager. Dies ermöglicht den oben beschriebenen Ausgleich von Winkelfehlern. Solche Fehler können durch nicht parallele Stirnflächen des Tretlagers oder nicht korrekt eingebrachte Gewinde verursacht werden.

Dieses System und die Möglichkeit, die normalen Rillenkugellager ohne Spezialwerkzeug zu wechseln, sollten das Rotor SABB zu einem „Einbauen-und-vergessen-Innenlager“ machen.

Es ist mit allen Integralkurbeln mit 24mm-Achse kompatibel (z.B. Shimano HT2, Race Face X-Type, Rotor Kurbeln) und ist für 68mm Rennrad- (BSA oder ital.) und für 68/73mm MTB-Tretlagergehäuse erhältlich.

Grüße Andy

PS von Robert: ich hab´s auch 2 Mal lesen müssen 😉

2 Antworten
  1. Zeisig says:

    Ob das wirklich funkioniert? Um die Belastung während der Fahrt ausgleichen zu können, müsste das Lager ganz sensibel auf der Achse pendeln können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zwei kugelige Hülsen, welche auch noch gegeneinander gepresst werden diese kleinen Bewegungen ausgleichen können. Hier hätten gleich die erwähnten Pendelrollenlager verbaut werden sollen.

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