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Wie wird man(n) Weltmeister?

Letzte Woche hatten wir die Chance dieser Frage in St. Moritz im Engadin in der Schweiz nachzugehen. Das Ganze auf Einladung der örtlichen Bergbahnen Engadin St. Moritz AG.

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Bisher ist St. Moritz ja eher mit dem Klischee des Winter-Jetset behaftet. Wir sollten uns davon überzeugen, dass man auch ohne Privatjet und Winter dort ganz gut aufgehoben ist. Übernachten durften wir in einem einfachen aber stylishen Hotel namens InnLodge, welches in Celerina wirklich perfekt auf Sportlerbedürfnisse ausgelegt ist. Gerade bei dieser Witterung freut man sich zum Beispiel über eine ganze Batterie von Waschmaschinen und Trocknern.

Neben feinstem Regenwetter mit einer leichten Tendenz zu Neuschnee, hat uns vor allem die grandiose Berglandschaft beeindruckt!! Wann startet man schon von 1.800m und kann bis auf 3.100m mit dem Rad klettern? Naja, das Klettern haben uns die zahlreichen Bergbahnen größtenteils abgenommen… (Wäre aber auch ohne gegangen ;-)) Wir hatten jeden Tag einen Guide von Engadin-MTB-Tours (ehemals Frischi Bike School – benannt nach dem mehrfachen Weltmeister Thomas Frischknecht) dabei. Diese kannten sämtliche Trails auswendig und ließen mein Selbstbewußtsein in Sachen Fahrtechnik erstmal gen 0 sinken… Da wird halt einfach auf dem Vorderrad mit dem Hinterrad in der Luft in die Spitzkehre eingelenkt und umgesetzt, das ganze in voller Fahrt, nicht stehend! Auch 20 Stufen hoch zur Liftstation sind noch lange kein Grund abzusteigen…

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So teilte sich die Schar der eingeladenen Journalisten und Pressevertreter (sind wir das ? :-D) gleich am Anfang in 2 Gruppen.

Robert war nach einem ausgiebigen Bad im Bach ab dem zweiten Tag in der eher etwas landschaftlich orientierten Gruppe dabei. Aber auch für diese sind ausreichend Trails und Touren im Angebot. Für uns gab es am Tag 2 dann die „Frischi Bike Safari“, 6.000 Höhenmeter bergab ab einem Tag!!!! Meine persönlich größte Herausforderung war das akzeptieren von Mieträdern, in sagen wir, mäßigem Pflegezustand…

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Nachdem das Scott Ransom nach dem ersten Tag dann gar nicht mehr funktionierte, hatte ich ein Rocky Mountain Slayer SXC in 16,5″. Abgesehen von dem Aufbau und Zustand, habe ich mich aber bezüglich Wendigkeit und Geometrie fast verliebt und schonmal bei ebay geschaut , ob ich einen Rahmen ergattern kann. Nach 2 Tagen wurde das Vertrauen immer größer und das Biken hat wesentlich mehr Spaß gemacht! Leider wollte mein linker Zeigefinger nach einem Sturz nicht mehr alleine bremsen und leuchtete in einem schönen Violett. So eine Tour erweitert den Horizont extrem, wenn man jeden Tag verblockte Steintrails und steile enge Spitzkehren meistern muss. Das ganze noch nass und abwechselnd mit zahlreichen rutschigen Wurzeln bestückt. Unter anderem gibt es vom Piz Nair (3.057m) den Suvretta Loop hinunter nach Bever – ein 26km Trail nur bergab!!!

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Zurück zur Eingangsfrage: Wir haben in diesen Tagen u.a. folgende Fahrer beim Training gesehen: Nino Schurter, Florian Vogel (beide Scott Swisspower), Martin Gujan (Cannondale Factory Racing), Lukas & Mathias Flückiger (Trek World Racing). Am Montag haben wir dann noch kurz Ralph Näf – ebenfals einer der weltbesten Biker – getroffen und uns über diverse Leichtbauthemen und das Training in über 2000 Meter Höhe unterhalten.

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Kurzum, ich glaube daran, dass es DIE perfekten und anspruchsvollen Trainingsbedingungen sind, verbunden mit dem Effekt des Höhentrainings, welche die Schweizer derzeit im MTB Ausdauerbereich zur führenden Nation machen. Und ich habe keine Ahnung wie wir Deutschen das je aufholen wollen. Die Auswirkungen der Höhe sind wirklich permanent spürbar, die Atmung suggeriert einem Puls 190, der ist aber erst bei 160. Ich denke die körperliche Anpassung daran hat einen sehr großen Effekt.

Diesen hatten auch die abwechslungsreichen Restaurantbesuche jeden Abend auf unser Wohlbefinden. Da war wirkliche Gastronomieperfektion zu erleben. Ich denke, wir werden nicht das letzte Mal dort gewesen sein und können jedem nur empfehlen, diese Bikeregion mal selbst unter die Reifen zu nehmen. Übrigens ist natürlich auch für das Rennrad ein reizvolles Straßennetz mit diversen Pässen vorhanden.

Gruß Ronald

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