Wie unsere Laufräder entstehen…

Da unsere Laufräder immer beliebter werden und wir auch immer öfter gefragt werden wie wir denn solche haltbaren und dennoch leichten Räder bauen, wollen wir etwas Licht ins Dunkel bringen.

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Aus unserem bekannt üppigen Angebot an Naben und Felgen fällt es uns nicht schwer für jeden Kunden das Passende zu finden. Meist lassen wir dem Kunden alle Wahlmöglichkeiten offen und schreiten nur bei zu wilden Kombinationen beratend ein. Steht dann fest, welche Teile in welchen Farben miteinander kombiniert werden, beginnt die Handarbeit.

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Im ersten Schritt wird aus den Geometriedaten der Naben und der Felgen die Speichenlänge bestimmt. Dieser Schritt ist immer dann nötig, wenn wir eine Naben-Felgen-Kombination noch nicht in den Händen hatten, was doch recht oft vorkommt. Zu schnell kommen neue Teile auf den Markt oder wir nehmen neue Marken ins Programm.

Ist die Speichenlänge bestimmt geht es los. Sofern es die Nabe nicht anders vorschreibt, speichen wir alle Laufräder dreifach gekreuzt ein. Das ist einfach dem Fakt geschuldet, dass dieses Muster von den Kunden als Standard angesehen wird. Klar gibt es hier und da bessere Muster, aber mit einer Dreifachkreuzung macht man nie was falsch. Als Nippel kommen bei uns 14mm Sapim Polyax Nippel zu Einsatz. Wir haben uns auf dieses Produkt festgelegt, da es in allen Farben erhältlich ist, von Sapim mit einer Gleitbeschichtung versehen wird und man sich so Kleber- und Ölungsorgien spart.

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Die Nabe richten wir stets so aus, dass man durch das Ventilloch blickend den Schriftzug lesen kann. Auch „Spielereien“ wie andersfarbige Speichen neben dem Ventil oder mehrere Nippelfarben setzen wir gern um. Da kann sich der Kunde austoben, denn dafür sind ja handgemachte Laufräder da.

Die Speichen ziehen wir immer soweit an, dass das Gewinde gerade vom Nippel verdeckt wird. Jetzt sollte die Nabe nur noch minimal wackeln. Nun werden die Speichen mit dem Kopf innen noch etwas nachgebogen und fertig eingespeicht ist das Laufrad.

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Nicht weniger Sorgfalt lassen wir beim Zentrieren walten. Hier kommt wie beim Einspeichen nur bestes Werkzeug zum Einsatz. Ein analoger Zentrierständer von Centrimaster, Tensiometer von DT Swiss und natürlich Nippelspanner von P&KLie ermöglichen neben dem Können unseres Laufradbauers die Qualität, die man von unseren Radsätzen gewöhnt ist.

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Nun kommt die teilweise hypnotisch langwierige Arbeit des Zentrierens. Wir haben es uns auf die Fahne geschrieben nicht nur Seiten- und Höhenschläge möglichst perfekt heraus zu zentrieren, sondern auch eine gleichmäßig hohe Spannung. Wir erhöhen die Spannung in kleinen Schritten und halten dabei die Felge schon möglichst schlagfrei. In regelmäßigen Abständen wird das Laufrad beidseitig abgedrückt um den Sitz der Speichen zu festigen und lokale Spannungen abzubauen.

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Anschließend ziehen wir das Laufrad wieder in die Nabenmitte und alles beginnt von vorn. Mit dieser Vorgehensweise entsteht ein maximal stabiles und haltbares Laufrad. Diese Methode hilft weiterhin, dass Speichen geringerer Spannung schnell lokalisiert werden können. Ziel ist es auf jeder Laufradseite eine gleichmäßig hohe, aber nicht zu hohe Speichenspannung einzustellen. Das hilft später gegen Lösen einzelner Speichen und damit gegen Schläge. Das steife Laufrad spürt der Kunde durch einen knackigen, unverzögerten Antritt und hohe Kurvensteifigkeit.

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In immer feineren Schritten nähern wir uns so dem Zustand in dem das Laufrad nach dem Abdrücken nur noch Schläge von max. 0,3mm, eine Mittenabweichung von max. 0,4mm und einer durchschnittlichen Speichenspannung von 1000N auf der höher belasteten Laufradseite. Sollte die Nabe oder Felge nicht für solch hohe Spannungen ausgelegt sein, richten wir uns selbstverständlich nach den Angaben des Herstellers.

Auch wenn unsere verdammt verführerischen Preise etwas anderes vermuten lassen, bekommt der Kunde einen Laufradsatz der vom ersten bis zum letzten Schritt von fähiger Hand gebaut wurde. Hierbei verlassen wir uns nicht auf Einspeichautomaten oder gehen stur einer fersten Routine nach. Jedes Laufrad erhält de Arbeitsschritte die es braucht um es haltbar und möglichst gut zu machen. Dadurch eröffnen wir dem Kunden die Möglichkeit sich seine Laufräser fast unbegrenzt zusammen zu stellen, was bei Systemlaufrädern nicht möglich ist. Unser System ist Vielfalt, nicht Einheitsbrei!!

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FAQ:

1) In wiefern sind Laufradsätze mit Centerlock und 6-Loch-Aufnahme kompatibel?

Centerlockscheiben werden über eine Verzahnung auf der Nabe fixiert und nicht durch Schrauben. Es gibt jedoch Adapter von CL auf 6-Loch um leichte Bremsscheiben auf CL-Naben zu fahren.

Wenn ich aktuell ein CL-System fahre und über einem normalerweise wesentlich leichteren LRS mit 6-Loch-Nabe nachdenke, brauch ich nur die Bremsscheibe auf 6-Loch umändern und kann mit meiner vorhandenen Bremse weiterfahren!

2) Was unterscheidet Tubular- von Clincher-Felgen?

Tubularfelgen werden mit Schlauchreifen gefahren. Dabei ist der Schlauch schon fertig im Reifen integiert und wird auf die Felgen aufgeklebt. Die Flege hat dazu ein gewölbtes Bett und keine Flanken (=Clincher). Bei Clincherfelgen wird der Reifen durch den Druck des Schlauches oder der Dichtmilch gegen die Flanken der Felge gedrückt und so fixiert. Bei Clincherfelgen steht dem Kunden eine wesentlich größere Auswahl an reifen zur Verfügung.

3) Warum verbaut r2bike bei Clincherfelgen fast ausschließlich Felgen von Notubes, ACROS oder FRM?

Das hat mehrere Gründe: Die genannten Firmen bieten sehr leichte und dennoch haltbare Felgen für die Einsatzbereiche unserer Kunden an. Das System aus Schlauch und Reifen ist sehr weit verbreitet und bei diesen Felgen ist es alternativ möglich ein Tubelesssystem mit Dichtmilch zu fahren. Diese Felgen sind speziell darauf ausgelegt. Der Vorteil des Dichtsystems mit Milch ist klar: deutliche höhere Pannensicherheit bei geringerem Rollwiderstand und weniger Gewicht.

Bei weiteren Fragen schreibt uns einfach eine Mail 😉

Ciao Robert

1 Antwort
  1. Stephan says:

    Das lässt die Vorfreude auf meinen neuen LRS von euch noch mehr steigen 😀 😀 😀

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