René Tann vom BlackTusk RacingTeam

Wieder Platz 61 im Worldcup

Vor knapp 30.000 Zuschauern hat der Suhler Mountainbiker René Tann am letzten Wochenende erneut den Sprung in die Weltcup-Punkte denkbar knapp verpasst

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„Es war klar, dass es schwer werden wird!“, meinte der Suhler Mountainbiker René Tann nach dem Ende des vorletzten Weltcups im tschechischen Nové M?sto na Morav? (deutsch: Neustadtl in Mähren). Doch eigentlich hatte sich der 26-jährige ein besseres Ergebnis als den 61. Platz beim erstmals in Mähren ausgetragenen Weltcup-Lauf erwartet: der vielversprechende Sieg beim Erzgebirgs-Marathon in Seiffen am vorangegangenen Wochenende verhieß eine gute Form. Doch die vielen kurzen Anstiege und Abfahrten am Biathlon-Stadion im Ochozawald, die von gut 20.000 Zuschauern und 18 TV-Kameras gesäumt wurden, waren nach den vielen Langstrecken-Einsätzen nichts für den ehemaligen Deutschen U23-Meister: „Der Punch war einfach nicht da“, musste Fahrer vom BlackTusk RacingTeam resümieren: „Dabei war es die wohl fairste Strecke im ganzen Weltcup: fast überall war überholen möglich, ohne langweilige Autobahnen zu bieten, die technischen Passagen waren machbar und selbst die heftigen Regenschauer konnten der Strecke nichts anhaben.“ Kurz:
es war wohl sowohl für Fahrer als auch die Zuschauer vor Ort und vor den Bildschirmen nach einhelliger Meinung die beste Mountainbike-Veranstaltung der vergangenen Jahre.

Doch Tann konnte von der fairen Strecke nicht profitieren: sonst als ausgesprochener Schnellstarter bekannte, konnte er schon in der Startrunde kaum Plätze gut machen – auch wenn es keine Engstellen gab, an denen sich das Feld schon früh staute: immerhin lag das letzte Cross-Country-Rennen in Windhaag bei Perg (Österreich) für Tann schon fast zwei Monate zurück:
„Obwohl ich nicht recht nach vorne kam [Tann beendete die ungewöhnlich lange Startrunde als 65., Anm. d. Red.], hatte ich danach das Gefühl, als hätte ich mich voll verausgabt“, berichtete Tann später: „Und auch in den kommenden Runden sprang der Turbo meines Diesels nicht an.“ Rund neunzig Sekunden verlor Tann pro Runde auf den Weltcup-Tages- und Gesamtsieger, den Lokalmatadoren Jaroslav Kulhavy. Erst in der sechsten des auf sieben Runden angesetzten Rennen konnte der Sportsoldat richtig Gas geben – doch da es war schon zu spät: zwar kämpfte er sich allein in diesem einen Umlauf um 14 Plätze nach vorne, aber dann schlug die mit 4,2 Kilometer ungewöhnlich kurzen Strecke zurück: um eine Überrundung durch Kulhavy und seinen Verfolgern zu vermeiden, wurde Tann von den Rennkommissären aus dem Wettkampf genommen und auf dem 61. Platz gewertet: „Das war wirklich sehr knapp“, ärgerte sich Tann später: „Hätte ich ein bisschen früher Gas geben und die drohende Überrundung dadurch verhindern können, hätte ich sicherlich noch einige Plätze gutmachen und damit Weltcup-Punkte sammeln können.“

Bereits nächste Woche will Tann wieder angreifen, dann beim Finallauf des Weltcups im norditalienischen Val di Sole. Dort erwartet den Thüringer eine völlig andere Strecken-Charakteristik: statt den vielen kurzen Anstiegen in Tschechien kann sich Tann dann mit langen, steilen Anstiegen herumplagen:
„Diese müssten mir nach meinem aktuellen Trainingsstand besser liegen“, so
Tann: „Auch wenn ich in dieser Woche weiter an meiner Spritzigkeit arbeiten
werde: ich hoffe einfach, dass der Marathon-Knoten früher platzt und so nochmal ein deutliches Ausrufezeichen in einem Cross-Country-Rennen setzen kann, ehe ich ohnehin wieder den Schwerpunkt auf die Langstrecke legen werde.“

Text + Bild: Armin M. Küstenbrück

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