Transalp – Briefing

Autorin:

Dr. Natascha Binder (promovierte Biochemikerin)
4-fache Transalpfinisherin (2 mal Platz 2 im Damenteam)
4-fache Amateur-Weltmeisterin (2009-2012)
Marathon-Spezialistin im Team „FELT ÖTZTAL X-BIONIC“ seit 2010
Personal Trainerin, Coach und Mentaltrainer in Düsseldorf, Focus Rad- und Laufsport

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Die Bike Transalp ist ein großartiges Erlebnis. Ihr habt Euch wochenlang vorbereitet und das große Ereignis steht nun bald vor der Tür. Ganz gleich, wie es Euch unterwegs ergeht: das oberste Ziel ist gesund und guter Dinge in Riva anzukommen. Wenn Ihr mit Eurem Teampartner vor dem Start schon befreundet seid, solltet Ihr es auch bei Ankunft in Riva noch sein… denn es ist „nur“ ein Rennen. Es ist obendrein ein Teamrennen. Ohne Teamgeist geht nichts!

TEAMGEIST

Das ideale Team ist bergauf wie bergab gleich stark und hat an keinem Tag der Tour einen Hänger. Das wäre der Idealfall… der tritt jedoch so gut wie nie ein. Normalfall ist, dass ein Partner der Stärkere ist. Im Laufe der Tour kann sich das ändern, z.B. wenn ein Infekt ins Spiel kommt oder der anfangs vermeintlich Stärkere am Ende abbaut, weil 8 Etappen doch etwas anderes sind als ein Einzelrennen. Der stärkere Fahrer fährt oft deutlich unter Limit und manchmal schleicht sich das Gefühl ein, der andere würde sich nicht genug anstrengen. Das ist meist mitnichten der Fall und Kommentare wie „nun streng Dich doch mal an“ etc. bringen gar nichts, außer dass sie die Stimmung im Team verhageln. Besser ist es, von Anfang an die Kräfte untereinander aufzuteilen.

Hier ein paar Tipps, wie man dem Partner während der Tour helfen kann:

– Ziehen / Schieben: das Abschleppen mit Leine, wie es bis 2006 auf den Transalps teilweise sehr professionell praktiziert wurde, ist seit 2007 verboten. Allerdings ist das Schieben des Partners oder das sich-festhalten am stärkeren Partner erlaubt und hilft an langen Anstiegen. Schieben geht am Besten mit der linken Hand, da man dann mit der rechten Hand hinten noch die Ritzel schalten und somit den Gang dem Gelände anpassen kann. Festhalten geht ganz gut am Trikot, jedoch muss der Schwächere sich dann sehr konzentrieren da er einhändig fahren muss, was beim gezogen-werden schwieriger ist als beim Schieben. Ein kräftiger Schubs über Kuppen hilft dem Schwächeren schneller und kraftsparend in die nachfolgende Abfahrt zu kommen.

– Verpflegung: kommt ein Verpflegungsstand in Sicht sprintet der Stärkere mit beiden Trinkflaschen vor (Achtung: 2 Minuten-Regel: man darf sich nicht mehr als 2 Minuten vom Partner entfernen – daher nicht zu weit vorfahren, da vor den Verpflegungen meist Zeitnahmematten liegen) und füllt beide Flaschen. Der Schwächere kurbelt langsam weiter oder erholt sich am Stand während der andere die Flaschen füllt.

– Panne: Im Falle einer Panne flickt der Stärkere und der Schwächere assistiert (Schlauch rausholen und anpumpen) und versucht sich ansonsten in der ungeplanten Pause weitestmöglich zu erholen.

– Trikotfüllung: der Schwächere sollte so wenig wie möglich Ballast mit sich führen, denn jedes Gramm bremst am Berg. Falls möglich nimmt der stärkere Partner ihm etwas ab.

– Massage: ist abends nur noch ein Platz bei der Massage frei, so bekommt ihn der Schwächere

– Startblock: falls der Schwächere das Gefühl hat es könnte ihm nützen, sich etwas länger warmzufahren hält der Stärkere ihm einen Platz im Startblock frei (Achtung: man muss offiziell von hinten in den Startblock einchecken. Viele heben danach noch einmal das Rad aus dem Startblock, was jedoch offiziell nicht erlaubt ist).

– Fürsorge: falls Ihr Eure Bikes selber warten müsst, übernimmt der Stärkere an „ganz üblen Tagen“ die Wartung für den Partner, damit dieser sich in der Zeit ausruhen kann. Regeneration ist ohnehin das A und O während der Tour (mehr dazu später)

morgen gehts weiter…

Natascha

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