Neues Italienisches Carbon-Gebäck von Alchemist

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Die Italiener von Alchemist wollen kein Gold aus unedlen Materialien erschaffen, sondern Bike-Teile aus Carbon formen. Dabei finden sich neben Lenkern auch Felgen und Naben, die aus dem schwarzen Gold gefertigt werden. Es kommen vorimprägnierte Faserhalbzeuge (sogenannte Prepregs) bei der Herstellung zum Einsatz, welche auch von AX-Lightness, Schmolke und Mcfk verwendet werden. Mit dem relativ hohen Preis dieser Halbzeuge erkauft man sich eine verhältnismäßig einfache, prozesssichere und saubere Herstellung der Bauteile. Ein weiterer Vorteil liegt dabei in der genauen und einfachen Einstellung des Verhältnisses zwischen Harz und Fasern. Um die Schlagzähigkeit der Bauteile zu erhöhen, wird ein entsprechend modifiziertes Harz verwendet.

Alchemist-Carbon-MTB-Flat-Bar-Lenker

Aktuell sind zwei Flatbars mit 31,8er Klemmung im Programm. Während der trendig breite Lenker (710mm) 9° Biegung aufweist, muss das 620mm schmale Pendant mit 5° auskommen. Beide Lenker können pro Seite um max. 40mm gekürzt werden und verlieren dadurch ihre Eignung für Barends nicht. Das außergewöhnlichste Feature dürfte jedoch der „ergonomische“ Griffbereich in Vorbaunähe sein. Wer also bei Uphill-Passagen eine weitere Griffposition sucht, findet hier etwas Unterstützung durch den im Durchmesser vergrößerten ovalen Mittelbereich des Lenkers.

 

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Carbon-Felgen werder in 26“, 27,5“ und 29“ als Clincher und Tubular angeboten. Der asymmetrische Aufbau mit 3mm Offset sorgt für eine Angleichung der Speichenwinkel und somit zu einer Verringerung des Steifigkeitsunterschieds zwischen der linken und der rechten Seites des Laufrads. Die 28 Löcher sind speziell ausgeformt damit sich die Nippel weiter verkippen können, um die Speichen mit weniger Biegung zu belasten.

Die aufsehenerregendsten Teile der Italiener sind aber die Naben, welche einen Carbon-Mittelteil und Aluminium-Flansche aufweisen. Letztere sind stark ausgefräst, um das Gewicht niedrig zu halten. Die Speichenlöcher sind dabei paarweise angeordnet. Ich fände eine gleichmäßige verteilte Belastung durch die Speichenspannung zwar sympathischer, aber so kann Material am Flansch gespart werden. Dies ist sicherlich auch der Grund weswegen hier auch auf eine Straight-Pull-Aufnahme verzichtet wird. Alle Naben verfügen außerdem über deutlich unterschiedliche Flanschdurchmesser damit auch nabenseitig der Unterschied der Speichenwinkel zu reduziert wird.

 

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Das Freilaufsystem basiert auf einem seeehr großen Rasterring im Nabengehäuse und drei linear geführten Sperrklinken. Diese werden durch jeweils ein Magnet-Paar nach außen gedrückt. Mit dem MAGNETO getauften System sollen schwächer werdende Federn umgangen werden. Somit soll ein wartungsfreies Freilaufsystem geschaffen worden sein, was es erlaubt die Dichtung des Systems zu verbessern (was mir aber irgendwie nicht so schlüssig erscheint). Eine weitere Besonderheit ist die Lagerung der Hinterradachse. Wie bei den meisten Naben befinden sich zwei Lager im Freilauf selbst. Doch anstelle zwei weiterer Lager zwischen Nabenhülse und Achse befindet sich nur eins auf der linken Seite der Nabe. Ein viertes Lager befindet sich quasi auf dem inneren Freilauflager und stützt den Freilauf gegen den Nabenkörper ab. Fraglich bleibt dabei, wie sich der fehlende vierte Abstützpunkt der Achse negativ auf die Haltbarkeit auswirken wird.

 

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Die heute eingetroffene XX1-Variante hat nochmal deutlich abgespeckt und wiegt jetzt nur noch schlanke 226g.

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Neben der normalen Lefty-Nabe findet sich auch eine Version bei der der Bremssattel beim Laufradausbau an der Gabel verbleiben kann. Im Gegensatz zu der Lösung der Leonardi Racing Nabe verbleibt hier nur das linke Lager auf der Lefty-Achse und das Bremsmoment wird formschlüssig von der Bremsscheibenaufnahme zur Nabe übertragen.

 

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Wer also Bock auf exotisch anmutende Teile aus europäischer Produktion hat, wird bei der italienischen Carbon-Bäckerei Alchemist sicher fündig.

Grüße
Andy

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