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Die Überschrift könnte auch „Abenteuer Urlaub für Radsportler“ heißen.

alex autobirke auto

Vor 2 Wochen waren der deutsche Vize Querfeldeinmeister Rene Bikenfeld und ich (Alex Stark) zu der 3-tägigen Straßenrundfahrt von Banja Luka in Bosnien nach Belgrad in Serbien. Das ganze wurde von der Familie Riedesser aus Niederbayern organisiert. Diese hatte den Kontakt zu den Veranstaltern sowie die Einladung vom Veranstalter. Damit wir bei dem interanationalen 1.2 Rennen starten durften, haben die Bayern für alle Fahrer eine montenegrinische Lizenz organisiert, was uns somit zur Montenegrinischen Nationalmannschaft machte…

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nachtkoje

Die erste Überraschung begann bereits bei der Hinfahrt – denn als wir am Donnerstagabend 18 Uhr in Bayern gestartet sind, wurde uns zum ersten Mal gesagt, dass wir die Nacht bis Bosnien durchfahren. Das Holzgestell im hinteren Teil des Busses war nicht etwa wie vermutet eine Gepäckablage, sondern ein Schlafgestell. Die Busbesetzung lautete also wie folgt: drei Fahrer im Schlafgestell, zwei auf den Rucksitzbänken, einer zwischen den Bänken auf dem Fußboden. Dazu noch der Autofahrer und ein Aufpasser, der keinen Führerschein besaß – jedoch ebenfalls die ganze Nacht wach war. Nach der 12-stündigen Hinfahrt endlich in Banja Luka angekommen, durften alle glücklicherweise sofort ins Hotelzimmer. Das „Hotel Bosna“, welches wohl das beste Hotel am Platz war, war trotz aller Befürchtungen auf der Hinfahrt, erste Sahne. Nachdem 1h Restschlaf nachgeholt wurde, sind Rene und Alex zunächst 1,5h die Beine locker gefahren, da das Kriterium erst am Abend stattfand.

Die Erste Balkan Probe

Mit etwas Verzögerung startete das Rennen über 50km auf einer 1,5 km Runde um 18:20 Uhr. Das Starterfeld, welches vorwiegend aus Bulgaren, Slowenen, Rumänen, Serben und Italiener bestand, umfasste ca. 110 Mann, welche zu 80% Vollprofis aus Continental Mannschaften waren. Trotzdem konnten sich die beiden Dresdner gemeinsam mit den Österreichischen Teamkollegen im Feld sehr gut behaupten. Rene als bester Sprinter sicherte sich bei der ersten Wertung den dritten Platz sowie bei der Schlusswertung den Sieg. Am Ende reichten die Punkte für den dritten Platz in der Gesamtabrechnung. Als kleine Anmerkung ist noch zu sagen, dass die 50km in 1:06 h abgefahren wurden. Ich bin gemeinsam im Feld mit ins Ziel gerollt.

alex im verschlag beim essenrene beim essen

Nach einem eher durchwachsenen Abendbrot wurde ein Teil des Preisgeldes noch in zwei einheimische Biere an der hauseigenen Promenaden Bar angelegt. Dabei fiel uns auf, dass es in Bosnien scheinbar nur sehr hübsche Frauen zu geben scheint…

Quer durch Bosnien

Am Samstag stand nun das zweite Rennen an, welches von Banja Luka über 140 km nach Majic in der Nähe der Serbischen Grenze führte. Die vorwiegend flache Strecke, welche nur mit flachen Hügeln gespickt war, besaß bis auf einen Abschnitt sehr gute Straßen. Das Rennen an sich war mit einem 45 km/h Schnitt relativ zügig und bot keiner Ausreißergruppe wirklich die Möglichkeit vom Feld wegzukommen. Da sich drei bulgarische Teams zusammengeschlossen haben, war der größte Abstand zwischen Feld und Ausreißergruppe maximal 2min, welche jedoch innerhalb 10km zugefahren wurden. Ziel den Ganzen war es, im einzigen Rennen in dem es UCI Punkte (Weltranglistenpunkte) zu ergattern gab, alles auf eine Sprintankunft ankommen zu lassen. Auch diesmal konnte sich Rene erstklassig in Position bringen und erreichte im Ziel den 8 Platz. Ich sowie die österreichischen Teamfahrer kamen zeitgleich im Feld mit ins Ziel und bewegten sich auf Position 30-40.

Ungutes Ende

Planmäßig sollte es im Konvoi gemeinsam nach Serbien über die Grenze zum nächsten Startort gehen… Doch leider gab es arge Kommunikationsschwierigkeiten zwischen allen Parteien. Die Serben wollten keine ausländischen Teams auf Ihrer Etappe, die Bosnier waren raus, da Ihr Teil des Rennens beendet war und die sportlichen Leiter wussten angeblich von nichts. Wer letztendlich wirklich die Schuld trug und ob dieses Problem vorher bekannt war, wird für die Fahrer verborgen bleiben. Sehr schade ist die Tatsache, dass den beiden Dresdnern nun ein Belastungstag zur Vorbereitung auf die bevorstehenden Wettkämpe fehlt.

Rene startete am Wochenende bei der LVM in Hamburg und ich beim Bike Marathon in Riva del Garda. Nach 900km und 15 h Autofahrt von Bosnien nach Bayern und 3:30h von Bayern nach Dresden mit einem Schnitt von 130km/h ist das Wichtigste, dass wir auf diesem ungewollten Abenteuerritt gesund und unbeschadet zu Hause angekommen sind…

Euer Alex

Bei den Temperaturen in den letzten Tagen sind spätestens jetzt bei jedem die letzten Frühlingsgefühle munter geworden.
Doch die relativ warmen Temperaturen bürgen auch Gefahren. Die Sonne hat schon viel Kraft und man merkt die Wärme auf der der Haut. Doch wir sollten nicht vergessen, dass der Wind und der Boden noch ganz schön kalt sind.

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© PIXELIO / Dieter

Die größten Fehler der Hobby Radler:

Ich habe gerade diese Woche wieder beim Training gesehen, dass gerade bei diesen Temperaturen einige Radler dazu neigen, gleich die kürzesten Sachen im Schrank anzuziehen und die dicken gleich hängen zu lassen.
Genau das ist der größte Fehler, den man machen kann! Das Immunsystem ist noch vom Winter geschwächt und die Temperaturen sind in Wirklichkeit noch sehr kalt. Das Resultat davon ist meistes dasselbe: die alljährliche Frühjahrsgrippe. Wenn Ihr natürlich noch 10 Kg zu viel auf den Rippen habt, dann ist es OK, denn dann ist die dicke Winterschicht schon unter der Haut integriert 😉 . Tut Euch und Eurem Körper einfach den Gefallen und erfreut Euch vorerst nur visuell am Frühling und gewöhnt euch langsam an den kommenden Sommer.

Der zweite große Fehler ist die Übermotivation bei den ersten Ausfahrten. Ich meine damit, wenn ich locker mit 27 km/h und Puls 119/min mit dem Rennrad dahinrolle, kann ich es nicht verstehen, wenn mich ein anderer Fahrer mit locker 35 km/h überholt.

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© PIXELIO / Lothar Wandtner

Dieser Radler sitzt meistens wie der Frosch auf der Gießkanne auf seinem Rad und sieht körperlich nicht gerade aus wie Lance. Diese Art uns weise von Radfahren bringt aus trainingstechnischer Sicht überhaupt nichts! Wie Jan Ulrich immer gesagt hat: „Wer lange langsam fährt, fährt länger schnell.“ und genau das ist das Beste was man machen kann. Nur so kann man seinen Körper langsam an höhere Belastungen heranführen und spätere Einbrüche und Schäden verhindern.

Gegen das „Frosch auf der Gießkanne“ Syndrom werden wir nächste Woche eine kurze Anleitung zur richtigen Sitzposition auf dem MTB und Rennrad geben.

Schönes Wochenende

Euer Alex